Freitag, 10. März 2017

Gewohnheiten, Veränderungen und Ärzte

Ich bin wohl sowas wie ein Gewohnheitsmensch. Ich mag Gewohnheiten. Und bin manchmal sehr unentspannt, wenn Gewohnheiten durchkreuzt werden. Sie geben meinem Alltag sowas wie Sicherheit, Eckdaten, willkommene, weil wohlbekannte Gefühle. Mag sein, dass ich da an mancheer Stelle vielleicht so ein klitzeklein wenig zu gewohnheitslastig bin - aber nun.
Zu solchen Gewohnheiten  gehören beispielsweise "mein Platz" oder "meine Plätze" an wiederkehrenden Orten. Bei der Arbeit sind das beispielsweise der Stuhl im Teamraum, der im Stationszimmer, der in der Bibliothek. Die können möglicherweise variieren zu verschiedenen Anlässen. Morgens sitz ich oft in der Nähe der Kaffeemaschine, wenn ich mich denn dann in den Teamraum setze, mittags aber immer, IMMER am anderen Ende des Tischs. Und wenn ich später als andere komme, und mein Platz ist besetzt, bin ich unentspannt. Zögere, stehe Stunden Bruchteile von Sekunden schwer getroffen nachdenkend herum - und setz mich dann woanders hin. Übellaunig, weil: so geht das nicht, hier fühlt sich alles, ALLES falsch an. Falscher Blickwinkel, falsche Sitznachbarn, falsches Karma, falsche Sauerstoffzusammensetzung, sowas. Glücklicherweise achten die meisten Kolleginnen unausgesprochen tatsächlich darauf, dass mein Platz frei ist. Warum und wieso sei dahingestellt- eingefordert hab ich das nicht. Aber manch andere Kollegin hat auch "ihren Platz". Allerdings stehen die nicht drölfzig Sekunden komisch rum, wenn der mal belegt ist. 
In der Frühbesprechung auf Station ist es ähnlich, aber nicht ganz so schlimm. Aber wenn ich woanders sitze als gewohnt, fängt der Arbeitstag "unrund" an. Komme ich allerdings zwischendurch mal ins Stationszimmer und setze mich, ist mit der Platz tatsächlich völlig egal. Aber das "mal eben zwischendurch" ist in keiner Form so strukturgebend wie Besprechnungen oder Pausen.
Am allerliebsten habe ich auch "meine" Parkplätze auf den Parkplätzen der gewohnten Supermärkte. Tendenziell viel weniger schlimm, wenn die belegt sind, aber ich gehe wirklich lieber einkaufen, wenn ich da stehen darf, wo ich am meisten stehe.
Gewohnt ist auch das Mittagessen. Zumindest bei der Arbeit. Am wohlsten fühle ich mich tatsächlich mit einer Tütensuppe - ja, immer dieselbe, und ja, vollkommen indiskutabel kein bisschen gesund - und einem Laugengebäck. Hier gibts allerdings immerhin 3 Varianten in der Sorte. Nachdem mir eine liebe Freundin neulich ganz verstohlen, aber bestimmt einen schriftlichen Tadel  bezüglich ebendieser Fertigprodukte zukommen ließ, habe ich beschlossen, diese Gewohnheit mal ein wenig zu lockern und esse Suppen vor allem an sicherheits- und routinebedürftigen Tagen.  
In mir bekannten Restaurants esse ich prinzipiell dasselbe. Damit ich weiss, was auf mich zukommt und bitte danke auf keinen Fall von irgendetwas überrascht werde. Oder enttäuscht.  Oder beides. Wider dem besseren Wissen, dass es mich durchaus auch positiv überraschen könnte.
Der Alltag ist prinzipiell sowieso gewohnt. Zumindest wochenweise immer dasselbe und dasselbe. Aber auch da bin ich letzlich doch flexibler als bei der Sitzplatzwahl :-).

Für jeden wird an dieser Stelle vorstellbar sein, was ich gar kein bisschen mag: Veränderung. Alles Gewohnte ist vertraut, alle Veränderung erst mal doof. Falsch. Unbehaglich. Unsicher. Bedrohlich - weil: ich kenns ja nicht. Und weil ich das Gewohnte so sehr mag, WILL ich die Veränderung gar nicht erst kennenlernen. Spätestens an dieser Stelle kommt die Krux hinzu - denn so fein es auch ist, sich dank alltäglicher Gewohnheiten durchs Leben zu bewegen, so schwierig ist das allzu starke Fixieren auf ebendiese, weil sich in Wahrheit ja stets etwas verändert. An mancher Stelle bin ich Veränderung wiederum gewöhnt - die Patienten, die ich behandele, befinden sich naturgegeben in einem ständigen Kommen und Gehen. Absolut unproblematisch - das war ja schon immer so und sorgt durchaus auch für willkommene Abwechslung. Aber das Drumherum ist weitestgehend stabil. Natürlich kommen und gehen auch die KollegInnen in regelmäßigen Abständen. Aber zum einen nicht stets und zum anderen ist meistens der ich nenn es mal "innere Kreis" recht stabil.
Meistens. 
Gerade aber  geht mir so ein klein wenig die Flatter. Die Stationsärztin, die ich recht lieb gewonnen habe, mit der ich gerne arbeite, die ich für sehr fähig mit dem Patientengut auf unserer Station umzugehen halte - ach was sie IST einfach fähig - wird in ein paar Tagen gehen. Und ganz abgesehen davon, dass ich sie ihretwegen einfach vermissen werde, wackelt schon jetzt das gewohnheitsliebende-veränderungsablehnende Konstrukt ganz gewaltig - dabei ist sie noch da. Und um es noch ein wenig mehr ins Wanken zu bringen, geht der eben immer schon dagewesene Oberarzt - den ich auch sehr schätze, zweifelsohne, wenn auch ganz anders - in 2,3 Monaten in Rente. Mein kompletter Arbeitsalltag verliert damit derzeit massiv an Stabilität. Der "innere Kreis" verliert wichtigste Mitglieder sowohl für mich persönlich, als sicher auch für die Kollegen und sehr bedeutsam: die Arbeit auf der Station, die ein klein wenig besonders ist, verliert tragende Pfeiler. Und dass ich den Arzt, der vertretungsweise die oberärztlichen Tätigkeiten auf unserer Station übernehmen wird, nicht so wirklich als Sympathieträger bezeichnen würde, machts mir nun nicht einfacher. Ganz davon abgesehen, dass ich kaum glaube, dass es bereits auch nur einen Plan für die Stelle der Stationsärztin gibt.
Dieser Stabilitätsverlust fällt noch dazu auf viele größere und kleinere Baustellen in meinem arbeitsfernen Alltag, die viel Verwirrung, Sorgen und Ängste nach sich ziehen, was die Gesamtsituation nicht gerade verbessert.
Ich schwanke gerade noch ein bisschen zwischen drohender Dekompensation, KopfindenSandstecken, "Alles wird gut" Mantras und hysterischem Dauergelächter.  Hoffen tue ich allerdings dabei insgeheim auf: "Ich mach einfach weiter und such mir neue Gewohnheiten". 
Kann ja nicht so schwer sein. 
Hoffentlich.

Sonntag, 5. März 2017

WMDEDGT - März 2017

Frau Brüllen fragt immer am Fünften des Monats: "Was Machst Du Eigentlich Den Ganzen Tag?"

Am fürs Wochenende frühen Morgen piekst mich das große Kind unsanft in den Rücken und fragt mich höchst wichtige Dinge - leider waren wir über deren tatsächliche Wichtigkeit sehr unterschiedlicher Meinung. So war ich also wach, obwohl ich noch weiter hätte schlafen wollen. Immerhin hatte ich die Frage, ob sie einem Online Buchreihen Fanclub beitreten könne hinreichend beantwortet. Auch wenn wir da wiederum verschiedener Meinung zu waren...
Nach einem Kaffee schmiss ich mich in den "ich hab heut keinen Termin" - Dress und fuhr rüber zur guten Freundin, um die Katze während ihrer Abwesenheit zu füttern. Als erstes stellte ich fest, dass in ihrem Garten plötzlich ein dicker Baum weniger steht. Damit nicht genug - im Haus hatte irgendwer die Sofas ausgetauscht. Durchaus geschmackvoll sogar :-). Nachdem die Katze gefüttert war, musste ich erst mal via Handy bei der Freundin bemängeln, was alles passiert war - und ein dringendes Treffen verabreden. Offensichtlich haben wir uns schon lange nicht mehr gesehen...
Ich nahm Brötchen mit für fünf, da das kleinere Kind Schlafbesuch hatte. Wir frühstückten in Ruhe und dann verteilten wir uns im Haus. Die beiden kleineren Mädels spielten im Zimmer, das große räumte ihren Schrank auf und sortierte Dinge für den Verkauf auf einem Kindersachenflohmarkt aus. Ich tat dasselbe auf dem Speicher. Zwischendurch ein bisschen Wäsche, anschließend das Abkopieren eines Pullover-Schnittes für beide Mädels - inzwischen in 152 und 38... Puh. Große Kinder... Anschließend schnitt ich die Pullover noch zu. Der Gatte brachte gegen fünf das Besuchskind heim, das große Kind und ich schauten ein wenig Fußball und richteten das Abendessen. Danach brachte ich das kleine Kind, der Gatte das große Kind ins Bett. 
Für das große Kind mussten noch Geburtstagseinladungen gedruckt werden, was natürlich nicht ohne Pannen abging, aber letztlich klappte dank des Gatten Hilfe doch noch alles.
Neben dem Tippen des Posts hier bestellte ich ein letztes Geburtstagsgeschenk fürs große Kindelein - Disco Roller - und schaute "Die Welle", um mal zu sondieren, ob das ein Film fürs große Kindelein ist, oder ob doch erst das Buch hier Einzug hält. Ich vermute eher letztere Reihenfolge. Nun noch ein Schlückchen Wein und ich läute die Bettrunde ein.

Weitere Tagebuchbloggerei von heute ist hier zu finden.

Sonntag, 5. Februar 2017

WMDEDGT - Februar 2017

FrauBrüllen fragt wieder: "Was Machst Du Eigentlich Den Ganzen Tag?" und ich erzähle von meinem fünften des Monats:

Sonntag - und das ohne jedweden Termin. Als erstes also Ausschlafen für alle. Zwischendurch mit ein wenig Gekuschele vom kleineren Mädchen, die irgendwann nachts zu uns kam und vor dem Aufstehen halt ein Weilchen kuschelt. Irgendwann brechen HerrNebeL und das kleinere Kindelein zum Brötchen holen auf, was ich zum Tisch eindecken nutze. Ein ruhiges gemeinsames Frühstück mit "Sonntagsmusik" - traditionell klassisch, heute war es ein Mozart Klavierkonzert. Der Tag wird gemeinsam in groben Zügen geplant.

Nach dem Frühstück steht als erstes auf dem Plan, den Weihnachtsbaum und die Krippe abzubauen. Dies ist tatsächlich bei uns jedes Jahr erst in der ersten Februar Woche der Fall. Erst werkeln wir zu viert, was sich aber mit der Zeit verlagert, sodass am Ende vier Leute in vier verschiedenen Zimmern räumen (da gestern aufgrund von verschiedenen Terminen und Unternehmungen das meist samstags stattfindenden Räumen und Putzen ausfiel). Das Lustige daran ist, dass  aus ebendiesen vier Räumen  verschiedene Musik zu hören ist (kein bißchen Klassik dieses Mal :-))... Kleines Highlight ist, dass die Mädels mal wieder feststellen, wie gern sie eigentlich das Badezimmer putzen und dass es zu zweit noch mehr Spaß macht (und tatsächlich streitlos geschieht!). Letzlich benötigen wir insgesamt doch mehr Zeit als geplant, sodass wir uns entschließen, nicht mehr - wie oft am Sonntag Nachmittag - zu den Schwiegereltern zu fahren.

Ich erledige zwei kleinere Nähaufträge, die die Kundin prompt bei uns abholt. Wir vier trinken danach  gemeinsam Kaffee und essen Teilchen.

Anschließend erledige ich schonmal die Schnibbelei fürs Abendessen und lese ein Weilchen, während HerrNebeL eine kleine geschäftliche Runde am Rechner einlegt. Ein Kind liest und das andere badet.

Zum Essen gibt es heute gemischtes gebratenes Gemüse und Fisch mit Couscous. Die Mädels zieren sich wie immer und essen nahezu ausschließlich Couscous. Neverending story - gesundes Essen in diese Mädchen zu bekommen ist leider verflixt schwierig. Als ich klein war, war das genau so. Heute esse ich allerdings nahezu alles. Es besteht also noch Hoffnung...

Nach dem Essen holen wir die Sendung mit der Maus nach, und die Mädels verschwinden im Bett. Ich gönne mir noch ein Weinchen und werde nun lesen, HerrNebeL wird sicherlich noch etwas arbeiten.
Alles in allem ein unspektakulärer Sonntag.

Mehr Tagebuchbloggerei von heute ist hier zu finden.

Montag, 23. Januar 2017

Digitale Medienerziehung

Seit einer Weile ist dieses Thema hier ein Dauerbrenner. Genau genommen eigentlich mit dem Einzug eines tablets. Damals waren die Kinder etwa neun und fünf. Das Gerät war deutlich spannender als der Computer. Natürlich wussten die Kinder auch so ein, zwei Dinge, die der Computer kann, keine Frage. Sie hatten Berührung mit youtube Filmchen, die wir auswählten, weil da so schön praktisch manches Kinderbuch verfilmt war oder der kleine Maulwurf immer auf Abruf stand. Oder die Sendung mit der Maus auch abweichend von den Fernsehzeiten lief. Das große Mädchen arbeitete damals bereits selber am Computer mit Antolin oder lernte in der Schule die Grundzüge des Recherchierens. Dass ich einen blog schreibe wussten ebenfalls beide. Aber so richtig interessant wurde die ganze Geschichte erst durch das tablet. Faszinierend dieses Herumgewische und Getippe auf dem Bildschirm, viel größer als auf dem Handy. Und natürlich wussten sie längst, dass das Ding auch ganz hervorragend zum Spielen taugt. Das ein oder andere Spiel wurde installiert, und sie durften darauf spielen. Das Ganze war - und ist immer noch - zeitlich begrenzt. Was immer schon Diskussionsgegenstand war (und heute noch ist).

Das große Kind wechselte zur selben Zeit auf die hohe Schule. Und bekam ihr erstes Handy. Wir leben in der Großstadt, es hat fast nirgends mehr Telefonzellen (tatsächlich kenne ich eine einzige im Innenstadtbereich des einen Stadtteils). In der Schule ist ebenfalls kein Münztelefon wie zu meiner Schulzeit. Da war das Handy nur die logische Konsequenz. Es gab ein klitzekleines, günstiges smartphone mit 2,3 Spielen darauf sowie ein paar Freiminuten und FreiSMS mit derOption des stets möglichen kostenlosen Telefonierens ohne Verbrauch des  Minutenkontingentes mit uns Eltern. Und Regeln zur Handynutzung (die zum Teil auch von den Schulregeln abwichen. Diese erlauben beispielsweise den Handygebrauch in der Mittagspause. Wir allerdings hatten das bis auf die Ausnahme notwendiger Telefonate verboten). Soweit, so gut erst mal. Auch hier gab es Diskussionen. Über die Nutzungszeit, insbesondere die Spiele betreffend, über den Nutzungsort, den Wunsch der kleinen Schwester, auch mal am Handy spielen zu dürfen. So Klassiker halt.

Nach einer Weile dann gab es Dauerdiskussionen. Über das Nutzenwollen des Internets auf dem Handy. Und vor allem über Nachrichtendienste. Unsere bisherige Meinung dazu war ein klares: "Nein." Das Kind diskutierte dennoch weiter. Was unser "Nein" nicht weiter ins Wanken brachte. Nach und nach aber hatte jedes Kind im Dunstkreis des großen Mädchens einen Nachrichtendienst auf dem Handy. Der bevorzugte Kommunikationsweg war - dieser Nachrichtendienst. Wir blieben erst hart. Redeten mit einigen bekannten Eltern aus diesem Kreis. Es gab kaum jemanden mit unserer Meinung. Kaum jemanden, der die Kinder zu jung fand. Kaum wen, der wusste, dass es eine Altersbegrenzung gibt. Ich wette gar keinen, der die Nutzungsbedingungen komplett richtig verstanden hat was diesen Punkt angeht (inklusive mir selber im Übrigen. Genau lesen und nicht nur überfliegen ist ratsam...). Wir wurden von den meisten Eltern als viel zu streng angesehen. Das aber war nicht der Punkt, das gegebene "Nein" letzlich aufzuweichen. Der Grund war, dass das Kind die Einzige war, die diesen Nachrichtendienst nicht besaß. Was natürlich alle Kameraden wussten. Anstatt sich beispielweise  solidarisch zu zeigen - meinetwegen gegen die strengen Eltern . war das Thema für große Kind im Schulalltag kein Schönes. Sie stand am Rand. Hinzu kam, dass das Kind sowieso schon einen kleinen Sonderstatus in der Klasse hatte - sie war die Jüngste. Nicht die jüngste in ihrem Jahrgng, sondern ein bis zwei Jahrgänge jünger als die Anderen. Und sie war raus, was den schnellen Kommunikationsweg betraf. Und tatsächlich rief keiner mehr an, um sich zu verabreden wie zur Grundschulzeit. Und natürlich fehlten ihr so manche Informationen, die die gesamte Klasse über den Nachrichtendienst verteilte. Und das war der auschlaggebende Punkt. Unsere Prinzipien durchsetzen in dem Wissen, dass das Kind auch deswegen am Rande steht. Dass das Kind schwer Anschluss findet, sowieso schon, aber nun durch den herrschenden Kommunikationsweg noch mehr Schwierigkeiten hat. Und so wurde aus dem klaren "Nein" ein "Ja." Mit Regeln. Sie nutzt den Nachrichtendienst seitdem. Allerdings nicht komplett alleine beziehungsweise nicht komplett ohne Kontrolle. In regelmäßigen Abständen schauen wir uns ihre Verläufe an. Nicht, um ihre Privatgespräche zu lesen. Sondern um zu kontrollieren, ob sie es schafft, verantwortungsvoll mit diesem Medium umzugehen. Es gab bereits sehr unschöne Dinge, zumeist welche, die sie erhielt in  Einzel- und Gruppenchats. Die viel zum Anlass genommen wurden, wieder und wieder über die digitale Welt und ihre Risiken, sowie Verhaltensregeln zu sprechen. Ja, wir entdeckten auch Regelverstöße der Regeln, die wir aufgestellt hatten. Die hatten auch Konsequenzen, aber nicht dahingehend, dass der Nachrichtendienst entfernt wurde.
Heute bin ich an vielen Stellen froh über diesen Kommunikationsweg mit der Tochter. Schon allein, weil ich telefonisch im Büro witzigerweise unerreichbar bin, ausser über das Bürotelefon - dummerweise bin ich ja aber häufig gar nicht im Büro. Und Anrufe zeigt das Festnetzgerät nicht an. Nachrichten via Internet kommen auf dem Handy an. Anrufe und SMS meist nicht. Und wenn, dann kann ich absolut gar nichts verstehen. Das alltägliche "mal eben" Kommunizieren aus dem Bus oder sonstwo, die schnelle Info, dass sie später kommt, was auch immer. Dennoch - so ganz glücklich sind wir damit dennoch nicht. Nach wie vor ist K1 eine Regelbrecherin. Nicht nur beim Nachrichtendienst oder der sonstigen Handynutzung. Auch ganz gern im restlichen Allag. Es sind nie schlimme Brüche, eigentlich auch nur von uns aufgestellte Regeln und keine allgemeingültigen. Beispiele dafür wären das Nutzen eines Profilbildes, auf dem sie deutlich zu erkennen ist. Das Versenden von Kettenbriefen via Nachrichtendienst. Die Nutzung des Handys im Kinderzimmer.  Es ist, was das Handy angeht, nie etwas Gravierendes geschehen. Dennoch wäre mir manchmal wohler, wenn der Kommunikationsweg unter den Kindern anders wäre. Stundenlanges Telefonieren. Zum Spielen abmachen per Telefon. Einfach mal bei der Freundin 5 Häuser weiter vorbeigehen. Aber das liegt ausserhalb meines Einflußbereiches. Was ja aber nicht heißt, dass ich das toll finde, dass alles über das Handy läuft.

So langsam aber kommen weitere Wünsche und weitere Anfragen hinzu. Diese App, jene App, welche App. Manche App hat sie, zur Bearbeiteung von Fotos beispielsweise. Selbst die erst  nach langem Suchen werbefrei. Nach wie vor ist sie mit Abstand das jüngste Kind in der Klasse. Es gibt Kinder darin, die sind schon 14. Unsere ist 11. Da schwirren facebook, Instagram, pinterest, twitter herum. Hier und da. Wir stehen bei einem klaren "Nein." Zum einen, weil ich etwas aufmerksamer gelesen habe. Zum anderen, weil wir hier beschlossen haben, dass vor Vollendung des 16. Lebensjahres keinerlei öffentlichen Netzwerke für die Kinder mit eigenem account zugänglich sein sollen. Aus diversen Gründen. Angst ist ein ganz großer. In verschiedene Richtungen. Vor allem aber fühle ich mich grenzenlos überfordert, dem Kind die nötige Medienkompetenz zu vermitteln, die es meiner Meinung nach zur Nutzung solcher Netzwerke bedarf. Zudem halte ich eine gewisse Reife dazu ebenfalls für unabdingbar. Und nennen wir das Kind mal beim Namen - so pubertierende Teenager sind oftmals weit von reif entfernt, was in der Natur der Sache Pubertät liegt. Keinen eigenen Account besitzen heisst aber nicht, dass ihr der Zugang dazu komplett verwehrt ist. Natürlich darf sie bei mir über die Schulter sehen, natürlich erkläre ich ihr vieles am Rechner und auch ohne. Nur dieses freie Agieren bleibt noch unter Verschluss.
Neben der Vermittlung des notwendigen Know Hows, der Einhaltung der Regeln, der notwendigen Reife, die vonnöten sind, sich irgendwann anonym oder öffentlich allein durchs www zu bewegen beschäftigt uns natürlich noch manch andere Frage.

Was stellen wir für Regeln auf und Warum?
Wie gehen wir um mit der ständigen Präsenz digitaler Medien im Alltag?
Was leben wir den Kindern vor?

Dabei stelle ich immer wieder fest, dass wir streng sind. In so vielen Kinderzimmern von Grundschülern liegen tablets mit nahezu frei einteilbarer Zeit. Die Kinder der Freunde und Familie daddeln stets am handy wenn man sie trifft. Auch wenn da Spielkameraden sind. Fast jedes Kind, das ein Handy hat, hat es mit im Kinderzimmer bei freier Zeiteinteilung. Sie glauben nicht, wie oft des Kindeleins Handy zu später Stunde unter der Woche im Wohnzimmer noch blinkt. Auch schon mal mitten in der Nacht. Computernutzung ohne Aufsicht. Solche Dinge. Ich schau dem Kind nicht immer über die Schulter am Rechner. Aber ich bin in der Regel im selben Zimmer, zumindest bei Internetdingen. Wenn sie nur etwas tippen muss, dann gern im Kinderzimmer. Surfen ginge dort mangels WLAN allerdings sowieso nicht. Und das sind nur einige Regeln, die bei uns anders sind. Dabei habe ich durchaus das Gefühl, dass unsere Kinder Freiheiten im www haben. Nur bewege ich mich in der Nähe und lasse sie nicht allein, Ich weiss in der Regel was sie schauen, helfe mitunter bei der Auswahl. Sie sind nicht allein und das finde ich ehrlich gesagt wichtig. Es gibt nach wie vor Zeitbegrenzungen. Und die liegen täglich bei deutlich weniger als einer Stunde für beide Kinder.
Ansich bin ich überzeugt von diesem Weg. Manchmal erstaunt, dass es woanders so viel lockerer ist. Manchmal auch unsicher. Vor allem aber wie gesagt etwas überfordert, wie ich, wie wir diese Mammutaufgabe der digitalen Medienerziehung so hinbekommen, dass die Kinder sich eines Tages sicher in diesen Medien bewegen und einen gesunden Umgang damit finden.

Und ich bin neugierig - wie machen Sie das so?!

Freitag, 13. Januar 2017

Von der FrauNebeL Geduld

Geduld ist son zweischneidiges Ding. Oder vielleicht differieren mein Berufs-Ich und mein Alltags-Ich einfach zu sehr. Wobei der Beruf, den ich ja nun doch tagein, tagaus ausübe (ausser am freien Donenrstag eben) (und ausser an den Wochenendstagen natürlich), durchaus zu meinem Alltag gehört und dort demnach auch mein Alltags-Ich auf der Matte stehen müsste. Aber irgendwie ist dem nicht so. Zumindest was die Geduld angeht. Eigentlich nämlich bin ich nicht so geduldig. Meistens. Vielleicht bin ich sogar ungeduldig. Ich bin definitiv nicht geduldig genug, Nähkram mit Schnickeldi zu versehen, weil das viel zu lange dauert. Ich nehm lieber ein nettes Stöffchen, schneide zu, nähe zusammen, fertig. Möglichst "schnell schnell". Entspannt mich allerdings trotzdem. Wenn das Buch zu spannend ist, lese ich schneller vor Ungeduld. Wenn es zu langweilig ist, überfliege ich die Seiten, bis es endlich wieder spannend wird. Wenn die Kindelein streiten, zanken, zicken, nölen, Türen knallen bin ich höchst ungeduldig. Ich gehe öfter mal an die Decke, bevor ich auch überhaupt nur ansatzweise ans Beherrschen, bis 10 zählen oder andere Strategien nur denken kann. Die Grenze ist meist sehr schnell erreicht. Was nicht unbedingt heisst, dass ich jedes Mal schwer ausflippe, aber ich bin nicht geduldig. Ein Charakterzug könnte man meinen?
Nun, bei der Arbeit ist das anders. Ich bin voller Geduld und meistens gelassen. Ich kann innerhalb von 5 Minuten auch gern 10 mal den haargenau gleichen Sachverhalt mit einem Patienten besprechen, der Gedächtnisdefizite hat. Weil ich genau weiß, derjenige fragt mich das jetzt, weil es gerade wichtig ist. Und er sich nicht mehr erinnern kann an die 9 Male zuvor. Ich kann zum xten Male voller Geduld mit meinem Patienten, der Schwierigkeiten mit der Orientierung und dem Visus hat, den Aufzug blockieren, bis er es schafft, den richtigen Knopf zu finden und zu drücken. Ich bin voller Geduld, wenn ich mit vielen Patienten Übungen mache, damit sie ihre Worte wiederfinden. Ich höre geduldig zu und suche gemeinsam Wege der Verständigung, wenn ich eben nicht verstehe, was mein Gegenüber mit Sprachstörung mir gerade sagen will und ich ungern eine Kommunikation erfolglos für jemanden abbreche - auch wenn das leider dennoch manchmal vorkommt. Ich übe geduldig wieder und wieder dieselben Bewegungsmuster, Laute und Lautverbindungen mit demselben und vielen verschiedenen Patienten. Und manche andere Dinge dieser Art. Ich bin also durchaus geduldig. Oft sogar sehr geduldig. Aber eben häufig nicht ausserhalb der Arbeitsstelle... So unterscheiden sie sich wirklich, die FrauNebeL, die zur Arbeit geht und die, die zurück kommt. Vielleicht ist ja aber die zu tragende Arbeitskleidung magisch geduldsverstärkend. Aber den Alltag in weißer Hose und blauem PoloShirt zu bestreiten ist dann auch nicht der Weg der Wahl. Am besten sollte ich diese Arbeitsfähigkeit in meinem Hinterkopf behalten um dann hier daheim ein wenig durchzuatmen und auf ebendiese Fähigkeit auch im Alltag zu vertrauen. So ganz manchmal täte uns allen das durchaus ganz gut (allerdings würde das Nähen mit Schnickeldi dennoch nicht klappen fürchte ich. Aber was solls, es entspannt mich auch im Schnellnähmodus und ne Menge Stoffe haben eh kein Schnickeldi nötig:-))

Montag, 9. Januar 2017

Der Alltag oder auch nicht und der Murphy

Montagmorgen - Ferienende. Nachdem ich nun 2 Wochen als allereinzige der Familie überhaupt vor Tagesanbruch aufgestanden bin, dürfen ab jetzt wieder alle in der Dunkelheit aufstehen. Wobei ich zugegebenermaßen sagen muss: ich bin hier nicht die erste, die aufsteht. Nicht mal die zweite. Im Alltag bin ich hier die, die als letztes aufsteht. Eine Weile lang hab ich mir wirklich den Kopf und das Herz zerbrochen wie schrecklich undiszipliniert ich bin, ich mich nur zusammenreißen muss und ach, das geht doch nicht, NACH den Kindern aufzustehen. Ich Rabenmutter. Inzwischen sehe ich das ein wenig entspannter. Denn: warum denn nicht? Ich hasse Aufstehen. Es macht mir seit vielen Jahren große Mühe. Früher war das anders, warum auch immer. Da hab ich mir im Studium die Frühschichten in verschiedenen Fabriken um die Ohren geschlagen, bin um sechs Uhr irgendwo auf der Matte gestanden und oft hat der Wecker geklingelt, als da eine 4 vorne stand. Heute ist alles, wo eine 6 vorne steht schon schwer erträglich. Und natürlich steht die im Alltag immer vorne. Der erste Wecker im Haus klingelt um 05:40... Absolut indiskutabel. Und das darf es auch sein. Jahrelang bin ich nachts zu den Kindern getapert. Habe (jahre)lang das kleine Kindelein im 1,5 - 2 Stundentakt gestillt. Bin natürlich in aller Herrgottsfrühe raus, weil die klitzekleinen Kindelein eben ausgeschlafen waren. Und heute sind sie groß. Ich muss keinem mehr beim WaschenAnziehenHaarebürsten helfen. Ich muss keinem Kindelein mehr Brote schmieren. Das machen die nämlich selber - am Abend zuvor. Und ich bin nicht alleine, da ist auch noch HerrNebeL. Er braucht am Morgen lange im Bad - ich nicht. Also kommt das kleine Kindelein am Morgen zu Kuscheln vorbei und steht dann meistens mit HerrnNebeL auf. Mittendrin ist die Große wach und fertig. Und wenn ich gut bin, sitzen wir alle gemeinsam am Frühstückstisch für ein Müsli (frühstücken mit einer 6 auf der Uhr geht auch gar nicht). Das kleine Kindelein wird im Wechsel von mir und dem Gatten zur Schule gefahren (die, die fussläufig ist, die wollten wir nicht. Aus Gründen). Das große Kindelein verlässt um sieben das Haus für den Bus. Irgendwann zwischen 07:45 und 08:15 bin ich dann bei der Arbeit. So wie heute, der Alltag hat uns wieder.

Heute durfte ich allerdings früher als geplant wieder gehen - und das war schon nett, bereits um 12:30 Feierabend zu machen. Es stand die augenärztliche Kindersprechstunde auf dem Progamm. Routinemäßiges Tropfen, tapferes kleineres Kindelein und im Ergebnis etwas schlechtere Dioptrinwerte. Brillenverordnung erfolgt aber erst bei der Nachkontrolle durch die Orthoptistin beim nächsten Termin. Mitten in der Lektüre der ELTERN family  - herrliche Kurzweil bei solchen Terminen - musste ich beim Aufruf eines Kindes jedoch ein wenig aufhorchen: "Als nächstes der Murphy bitte"....
Kaum aufgerufen trafen wir noch meine Kindheitssportfreundin, mit der ich noch heute zum Sport gehe und ihren Sohn. Kindersprechstunde mit Augentropfgarantie halt. So klein ist die Stadt hier allerdings nicht und ein paar Augenärzte hat es schon. Allerdings wenige mit Orthoptisten. So kann man da schon mal den Ein oder Anderen treffen.
Kurzerhand besuchte uns anschließend der Sohn der Sportfreundin und die beiden augengetropften Leidensgenossen spielten im abgedunkelten Zimmer vor sich hin mit Lichterkettchenschnickeldi. Am Ende gemeinsames Abendessen mit frischgebackenem Brot, Familie, Freundin und Sohn inklusive.

Den weiteren Alltag habe ich mir anschließend allerdings geschenkt. Training von 21:15 bis 22:30. Plus vorheriges Warmlaufen. Auch wenn die Kindheitssportfreundin, mit der ich ja immer noch Sport mache, echt alles versucht hat, mich umzustimmen. Das ist nämlich so: wir spielen in einer Mannschaft, den Sport, der mir als nahezu einziger überhaupt jemals wirklich Spaß gemacht hat. Ich habe lange pausiert, aber als ich vor einigen Jahren wieder anfing, trainierte uns der beste Trainer, der mich je trainiert hat. Es war hart. Hat aber auch Spaß gemacht. Und ich hab noch einiges gelernt. Und war etwa 10 mal fitter als in der Sportpause. Wir stiegen auf in die Regionalliga. Und dann nahm das Leid so langsam seinen Anfang. Kolleginnen hörten auf. Jüngere, Unerfahrenere kamen hinzu. Oder auch nicht - es zog Unzuverlässlichkeit ein. Mehr und mehr. Die Trainingsbeteiligung minimierte sich. Der Trainer war nicht sehr amused, ebenso wie die übrig gebliebenen eigentlich immer anwesenden Spielerinnen. Der Spielbetrieb auf dem Feld - es gibt eine Hallen- und eine Feldsaison - musste mangels Damen eingestellt werden und wir spielten nur in der Halle. Und waren natürlich zu Beginn der Saison deutlich weniger im Training, als wir es gewesen wären, wenn es auf dem Feld eine spielende Mannschaft gegeben hätte. Wir spielten in dieser Hallensaison viele Spiele nicht mal schlecht. Aber - wir stiegen ab. Der Trainer hörte auf, aus vielerlei Gründen, nicht nur aufgrund der Situation in der Damenmannschaft. Manch eine spielte daraufhin ein Weilchen für den Verein der kleinen Nachbarstadt. Und zum Herbst fanden sich einige Damen wieder zusammen, um die Oberligasaison zu  bestreiten, in die wir abgestiegen waren. Ohne Trainer zunächst. Dann mit einer Kooperation mit dem kleinen Nachbarstädtchen inklusive Trainer. Ein netter Kerl, aber sportlich nicht vergleichbar. Und nun - macht es keinen Spaß. Zum Training kommen wenige. Wegen Arbeit. Urlaub. Verletzung. Krankheit. Fehlender Motivation. Wasweissich. Und es macht noch viel weniger Spaß. Und - jeder wird es ahnen - wir verlieren. Das macht auch nicht sonderlich viel Spaß. Und ich musste mir eingestehen, dass ich einfach den Absprung verpasst habe. Aufhören wollte ich bereits, aber ach, das Pflichtgefühl, das Zureden der Kameradinnen, das Fehlen einer sportlichen Alternative für mich führten zu einer Zusage für diese Saison. Und ich bereue es zutiefst. Ich werde die Saison in der Halle zu Ende bringen, keine Frage. Aber ich habe beschlossen, meinem Gefühl nachzugeben was das Training angeht. Wenn ich Lust habe wird trainiert. Sonst nicht. Wäre früher nie in die Tüte gekommen. Wenn ich einen Mannschaftssport gemacht habe, war ich immer da wo es irgend ging. Pflichtprogramm, egal ob ich Lust hatte oder nicht. Ich bin es leid. Und mach jetzt einfach das, was ich will. Und heute wollte ich hier bleiben, die Kinder in Ruhe ins Bett bringen - das wird je älter die werden ja auch immer später - Tee trinken, Musik hören und mich ein wenig im www herumtreiben. Und wenn ich zum Sport gegangen wäre, stünde ich jetzt noch nicht mal unter der Dusche. Stattdessen kann ich mich nun schon ganz entspannt mit dem Kindle ins Bett legen. Gute Entscheidung. Auch wenn die Kindheitssportfreundin mich so gern mitgenommen hätte (in Wahrheit wollte die nämlich auch nicht - sie ist allerdings der Hallenschlüsselträger. Und muss nach dem Training die Halle abschließen. Und ja, eigentlich machen wir das seit Jahren zusammen. Aber ich glaub, ich bin jetzt wirklich mal fertig. Wenn ichs mir recht überlege, ist es schon eine ganze Weile grenzwertig, mit Gegnern auf dem Feld zu stehen, von denen etwa 80% meine Kinder sein könnten.)

Alltagsstart im Hause NebeL. Eben mehr oder weniger. Und nächstens an dieser Stelle dann Überlegungen zur Verteibung der nun freiwerdenen Zeit. Aber erst mal muss ich die letzten Wochen noch ohne Verletzung überstehen. Murphys law. Sie verstehen?!

Donnerstag, 5. Januar 2017

WMDEDGT - Januar 2017

Frau Brüllen fragt jeden 5. eines Monats "Was Machst Du Eigentlich Den Ganzen Tag"? Heute sah der Tag bei mir so aus:

Der Morgen begann mit Ausschlafen. Donnerstags ist nämlich mein freier Tag, die Kinder haben noch Ferien und HerrNebeL hat Urlaub. So startete er erst um halb neun, als ich vom Kuscheln des kleineren Kindes geweckt wurde. Wie schön, dann immer noch weiter im Bett liegen bleiben und ohne Wecker klingeln ausgiebig weiter kuscheln zu können. Irgendwann stand das Kindelein auf und das große kam kurz zum Kuscheln vorbei. Und ich schnappte mir meinen Kindle. Und blieb liegen ;-). Gegen elf machten wir uns - alle im Schlafanzug - ans Frühstücken. HerrNebeL machte sich anschließend bei schönstem Sonnenschein (und doch ordentlicher Kälte - allerdings über Null Grad) auf zum Rad fahren in der Gegend um uns herum. Um uns rum ist für eine Stadt nämlich viel Gegend. Wobei ich zugeben muss, dass wir ganz, ganz am Rande der Stadt wohnen. Ich habe kurz überlegt - und mich dann doch fürs daheimbleiben entschieden. Mit war nicht nach Japsen am Berg - was ich leider immer tue, wenn wir gemeinsam Rad fahren. Ich maß stattdessen unsere Küche aus und plante am IKEA Küchenplaner. Unsere Küche ist nämlich sehr alt (und sehr meint wirklich sehr. Vor mir hatte sie meine Schwester. Und die hat sie von meiner Großtante. Und ich kann mich Zeit meines Lebens nicht an eine andere Küche der Großtante erinnern) und so langsam möchten wir einfach eine neue.Sehr weit kam ich leider nicht, weil der Planer immer wieder hängen blieb, bis ich entnervt aufgab. Dummerweise habe ich aber schon feststellen können, dass definitiv unser Lichtschalter für eine IKEA Küche im Weg ist. Entweder muss der also weg - günstigstenfalls in den Flur - oder eine andere Lösung muss her. Vermutlich haben aber alle Kühlschrankküchenschränke  eine ähnliche Tiefe.... Nun ja. 
Die Kinder bastelten und schauten youtube - in umgekehrter Reihenfolge. DIY Videos, diesmal für Barbie Möbel. Die Mädels sind momentan nämlich beide schwer im DIY Fieber diverser Dinge. Das große Kindelein wollte dann aber dringend lesen - dem Barbie Alter ist sie nämlich doch schon entwachsen und half nur ihrer Schwester hier und da -  und wir kauften einen neuen Band der Lesereihe, die wir beide gerade lesen. Wohl auch ein Spiegel Bestseller, wie ich eben erst bemerkte. Es handelt sich um die Reihe "Obsidian" von Jennifer L. Armentrout. In jedem Fall sehr fesselnd und ich mag solche Jugend Fantasy Literatur zum Ausspannen sehr gern. Danach verschwanden das große Kind und ich in unseren Betten - und lasen. Das kleinere Kindelein ist nicht eine solche Leseratte und durfte deswegen ein Weilchen die Muppet Show schauen. Das sind hier gern genomme DVDs, derzeit schauen wir die dritte Staffel. So ging der Tag eigentlich weiter bis etwa halb sechs. Zwischendurch kam HerrNebeL heim und übernahm das Hauselfen in Form von Wäsche und Küche und ließ mich, da er schon die ganze Zeit frei hat und ich arbeite, im Bett weiterlesen. Sehr schön. Dann aber machten wir uns alle nach parat, trafen uns mit meiner Mutter und fuhren gemeinsam los auf ein Giora Feidmann Konzert. Die Karten hatte ich dem Gatten und der großen, klarinettespielenden Tochter zu Weihnachten geschenkt. Das kleinere Kindelein wollte letzendlich auch gern mit, und wir ergatterten gestern noch kurzfristig eine Karte. Meine Mutter wurde von ihrem Mann damit beschenkt. Feidmann spielte mit dem Rastrelli Cello Quartett Beatels Songs. Einfach nur großartig. Die CD ist eine absolute Kaufempehlung! 
Zudem gab es einen Gastauftritt des Jerusalem Duos - bestehend aus seiner Enkelin und ihrem Ehemann, der noch dazu heute Geburtstag hatte. Sie spielt Harfe und er Saxophon. Auch die beiden fand ich sehr klasse. Zum Geburtstag spielte Giora Feidmann dem Schwiegerenkel gemeinsam mit dem Rastrelli Cello Quartett noch ein Geburtstagsständchen. Was dieser dann am Ende mit einem Selfie aller Musiker und dem Publikum im Hintergrund wohl als Geburtstagsevent festhielt. Er hatte definitiv auch ein klein wenig gekniepert... 
Wir saßen in der ersten Reihe und so konnte das klarinettenspielende Kindelein diesen so begnadeten Klarinettisten aus allernächster Nähe sehen. Ein ziemliches Erlebnis. Ich musste an mancher Stelle sogar die Taschentücher herausholen, weil mich seine Klänge und die Virtuosität so berührten. In der Pause und nach dem Konzert war Zeit für Autogramme und natürlich ergatterten die Kindelein welche. Alles in allem ein wunderbar unalltäglicher Donnerstag.